Repertoire

Das Konzertrepertoire von Cinquecento reicht von mittelalterlicher Musik bis zur Früh- und Spätrenaissance. Die Begeisterung für den Ensembleklang hat aber auch mehrere zeitgenössische Komponisten zu neuen Werken für Cinquecento inspiriert.

Weiter unten befindet sich eine Auswahl an Konzertprogrammen. Für weiterführende Informationen bezüglich unserer Programme oder anderweitige Programm-Anfragen, kontaktieren Sie uns bitte unter “Kontakt”.

Josquin Desprez und sein Vermächtnis

Musikalische Reaktionen seiner Zeitgenossen und Nachfolger eingebettet in Jean Richaforts monumentales Requiem.

Über Josquin Desprez, den unumstrittenen Meister der Polyphonie im späten 15. / frühen 16. Jahrhundert, wurde bereits viel gesagt und geschrieben. Mit seiner Expressivität, der Meisterschaft seiner kontrapunktischen Imitation und seiner Sensibilität für Textdeklamation pionierte Josquin auf dem Gebiet vieler kompositorischer Techniken, die Komponisten noch Jahrhunderte nach ihm verwenden sollten. Dieses Programm erforscht den Einfluss, den der übergroße Josquin auf andere Komponisten seiner Ära und seine Schüler und Nachfolger hatte. Das Requiem seines Schülers Jean Richafort formt das Zentrum des Programms. Es wurde von Richafort als Verbeugung und Liebeserklärung, und zum Gedenken an seinen verstorbenen Meister geschaffen. Es basiert in seiner Gesamtheit auf zwei Cantus Firmus–Stimmen mit direktem Bezug zu Josquin: „Circumdederunt me“ und „C’est douleur non pareille“. Erstere war ein Liebling von Desprez (verwendet in Nymphes, nappés), letztere ein Zitat aus seinem Chanson Faulte d’argent. Das Ergebnis dieser Symphonie aus Klang und jenseitigem Licht ist die unglaubliche, von Ruhe durchflossene Schönheit dieses Requiems, welche Herz und Seele in Liebe und Dankbarkeit durchatmen lässt. Dann lässt sich erahnen, wie groß ebendiese Liebe und Dankbarkeit Jean Richafort empfunden haben muss, dass sie noch heute, 500 Jahre später in ihrer strahlenden Kraft die Menschen bewegt.

Werke von Jean Richafort, Josquin Desprez, Nicolas Gombert et al.

Besetzung: 6 stimmig

Musica Invictissima

Harmonien für eine Habsburger Dynastie

Das Wort “Invictissima” (unbesiegbar) wurde oft verwendet um die schier grenzenlose Macht der Habsburger Kaiser, Herzöge und Könige zu beschreiben. Die Habsburger demonstrierten ihre Macht aber auch auf dem Gebiet der Musik, indem sie viele der begabtesten Musiker aus ganz Europa an ihre Höfe engagierten. Jacobus Vaet (ca. 1529-1567) war einer von ihnen: geboren und ausgebildet im heutigen Belgien, wurde er später als Kapellmeister an den Hof Erzherzog Maximilian II. von Österreich berufen. Seine Musik zeichnet sich durch harmonisch kühne Gedanken und eine beeindruckende Vielseitigkeit aus. Dieses Programm präsentiert speziell für Kaiser Maximilian II. komponierte Motetten, liturgische Musik für die Wiener Hofburgkapelle, darunter Vertonungen von Miserere mei, Deus und Salve Regina, sowie auch zwei französische Chansons. Diese kontrastieren mit einem Werk von Vaets jüngerem Zeitgenossen, Schüler und Freund, Jacobus Regnart (ca. 1540-1599): basierend auf dem lutherischen Kirchenlied Christ ist erstanden, spinnt Regnarts Messe ein komplexes polyphones Netz um den zugrunde liegenden deutschen Cantus Firmus.

Messteile, Motetten und Chansons von Jacobus Vaet und Jacobus Regnart.

Besetzung: 5 Stimmen

Musica Invictissima

Musikalische Verbeugungen vor dem Habsburgerreich

“Musica Invictissima” (Unbesiegbare Musik) ist inspiriert von der herausragenden Qualität und Bedeutung der habsburgischen Hofkapellen im sechzehnten Jahrhundert. Prinzen, Erzherzoge und Kaiser dieses Herrschergeschlechts förderten durch ihre große Liebe zur Kunst die Entstehung einer riesigen und in großen Teilen noch vollkommen unerforschten Sammlung an Kompositionen, welche ihre Schöpfer, in ihrer Bedeutung bisher unterbewertete Komponisten in einem neuen Licht erscheinen lassen. Werke von Jacobus Regnart, Jacobus Vaet, Johannes Castileti und Philippe Schöndorff kontrastieren mit ihren heute bekannteren Vorgängern Heinrich Isaac und Ludwig Senfl. Die Klangwelten der kaiserlichen Hofkapellen von Maximilian I. bis Rudolf II. werden in diesem Programm nach fast 500 Jahren wieder zum Leben erweckt. Eine Auswahl von Musik verschiedener relevanter Komponisten zeigt unterschiedliche Stile und Besonderheiten in geistlicher und repräsentativer Musik dieser goldenen Epoche der Musik.

Werke von Heinrich Isaac, Ludwig Senfl, Jacobus Regnart, Jacobus Vaet, Johannes Castileti et al.

Besetzung: 6 stimmig

Songs of Religious Upheaval

Im Jahr 1527 erbat sich der zweite Tudor-Monarch von England, Heinrich VIII, von Papst Clemens VII die Annullierung seiner ersten Ehe mit Katharina von Aragon. Als seine Bitte verweigert wurde, sagte sich Heinrich kurzerhand von päpstlichen Autorität und katholischem Recht los und initiierte damit ein Zeitalter politischer und religiöser Verwerfungen, welches zur turbulentesten Phase in der Geschichte Englands werden sollte.

Dieses Programm schildert die Art und Weise, wie englische Komponisten auf die zahllosen liturgischen Veränderungen reagierten, welche sich über die Tudor-Dynastie von Heinrich VIII, Eduard VI, Mary I und Elisabeth I ausdehnten. “The Mean Mass” von Christopher Tye (ca. 1505-1572), eine frühe katholische Messvertonung aus der Zeit Heinrichs VIII, kontrastiert mit Werken in lateinischer und englischer Sprache von Thomas Tallis (ca. 1505-1585) aus den Eduardischen und Elisabethanischen Perioden. Das letzte Wort allerdings erhält Tallis’ Schüler und Kollege William Byrd (ca. 1540-1623) mit seiner ergreifenden Motette “Ne irascaris Domine”.

Messe und Motetten von Christopher Tye, Thomas Tallis und William Byrd.

Besetzung: 5 Stimmen